ENRON meets MOMO

Was hat ein »Märchen« wie MOMO mit dem entfesselten Finanzsystems zu tun, das wir täglich befeuern? Wie konnte es passieren, dass Michael Ende zum »Märchenonkel« degradiert und jahrzehntelang nicht richtig verstanden, oder »gelesen« wurde? Woher kommt dieser Zwang zum Wachstum? Warum ist ein Unternehmen nur dann gesund, wenn es wächst? Wohin führt die Idee des alternden Geldes? Lebst Du um Zeit zu sparen, oder um Schulden zu tilgen?

Der Industrie und der Wirtschaft geht es in erster Linie darum, Marktmacher zu sein. Die Konzerne zu Wachstumsmaschinen heranzuzüchten. Und das gelingt in den meisten Fällen. Entweder fallen sie auf oder durch große Gier tief in den Abgrund. Gibt es ein gesundes Maß an Entwicklung mit Rücksicht auf Verluste?

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Michael Ende hielt in einer Notiz fest:
»Immer wieder tauchte nach 1945 die Frage auf, ob es denkbar sei, daß es je zu einem dritten Weltkrieg kommen könne. Ich glaube, wir befinden uns schon mittendrin. Nur bemerkt es offenbar niemand, weil dieser Krieg nicht territorial, sondern zeitlich geführt wird. Wir haben einen erbarmungslosen Krieg gegen unsere eigenen Kinder und Enkel, gegen die kommenden Generationen, entfesselt. Wir werden ihnen eine verwüstete Welt hinterlassen, auf der das Leben für sie sehr schwer sein wird. Aber da sie ja nicht zurückschlagen können, fahren wir damit fort — wir können schon gar nicht mehr anders — und beruhigen unser Gewissen (sofern es nicht ganz zum Schweigen zu bringen ist) mit der Annahme, daß ihnen schon etwas einfallen wird, um unsere Gemeinheiten wiedergutzumachen.« (www.40Jahremomo.de)

Bye bye, Euer Jeff

 

Aurel Bereuter

© Oliver Berg

Autor heute:
Aurel Bereuter
Schauspieler

Aurel Bereuter wurde 1973 in Dornbirn/Österreich geboren. Nach ersten Erfahrungen als Hirtenjunge auf der Alm und mehrmonatigen Praktika in Kanada und Australien wurde er zum Agrar-Ingenieur ausgebildet. Anschließend folgte ein Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar in Wien.
Sein Erstengagement führte ihn ans Mainfrankentheater in Würzburg, darauf folgte eine siebenjährige Festanstellung am Theater Ingolstadt, wo er für seine künstlerische Arbeit und vor allem für die Darstellung des Don Karlos im Jahre 2007 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde. Danach machte er sich selbständig, verbrachte einen Herbst auf der Insel Iona (Schottland), gastierte unter anderem am Staatstheater Nürnberg in ENRON (das erste Stück, das ihm nun zum zweiten Mal begegnet) und tourte mit seinem Solo-Abend DIE PSYCHE DER FRAU durch ganz Süddeutschland.
Gemeinsam mit seiner Frau Annette (Choreografin) bietet er diesen Sommer auf der familieneigenen Alm im Bregenzerwald (mit Blick auf den Bodensee) wieder den Persönlichkeitsworkshop NATUR-SCHAUSPIEL-KÖRPER an. Die beiden verbinden Theater-Know-How mit systemischen Ansätzen und schaffen geschützte Räume, in denen sich Menschen spielerisch entdecken können. Rückmeldungen von Menschen (u.a. aus Münster und Hamm) finden Sie unter www.huetten-seminare.at.
Seit 2012 ist Aurel im Ensemble des Theaters Münster, er spielte hier unter anderem Thomas Stockmann in EIN VOLKSFEIND, die Titelfigur in TARTUFFE, Ben in DETROIT, Jason in DAS GOLDENE VLIESS, Gerstein in DER STELLVERTRETER und in den Musicals THE BLACK RIDER und ANYTHING GOES.

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